Die wichtigsten Rockklassiker Teil1

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Diese Klassiker des Rocks muss man kennen

Rock'n'Roll, Hardrock, Heavy Rock, Post Rock, Balladenrock, Stadionrock, Heavy Metal - sehr viele unterschiedliche Stilrichtungen, die teilweise nahtlos ineinander übergehen, drücken letztendlich nur aus: Ekstase, Energie, Rebellion und Gefühlsausbrüche. Rock und Metal sind seit ihren Ursprüngen im Blues der unfreien, schwarzen Feldarbeiter der USA nicht mehr wegzudenken. Diese Musik lässt die Menschen kompensieren, ausrasten und neue Erlebnisse, Erfahrungen und Denkweisen spüren. Rock und Metal bringen Menschen überall auf dem Globus zusammen. Es ist handgemachte, ehrliche, magische Musik, an der Schweiß und Blut klebt und die den Boden zum Erschüttern bringt.

Elvis, die Beatles, die Stones, AC/DC

Vom King des Rock'n'Roll - Elvis - und dem Sänger von Metallica (James Hetfield) über den Frontmann der Rolling Stones (Mick Jagger), von den Anfängen der Beatles über Iron Maiden, Black Sabbath und AC/DC - fast jedem Menschen auf der Welt sind diese Personen- und Bandnamen geläufig. Sie haben Abermillionen Platten verkauft und die Jugendzeiten von ganzen Generationen geprägt. Auch heute noch füllen viele von ihnen riesige Stadien und erleben kommerzielle Erfolge, von denen selbst bekannte Popsternchen nur träumen können. Denn Rockfans sind ihren Lieblingsbands oft ein Leben lang treu, lieben das Live-Erlebnis und sind gut vernetzt. Seine favorisierte Band gibt man selbst bei Releases von mittelprächtigen Alben nicht auf - genauso wenig wie eine emotional tief verwurzelte Freundschaft.

Weiterentwicklung findet statt

Zehntausende Bands von allen Kontinenten - insbesondere jedoch aus Europa und Nord- sowie Südamerika - buhlen um die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Dabei hat sich seit den Anfängen des Rock'n'Rolls als Weiterentwicklung des Blues viel getan. Auch die Musik der Hochzeit des Hardrocks und Metals (70er- und 80er-Jahre) ist heute kaum mehr wiederzuerkennen. Es haben sich viele neue technische Möglichkeiten ergeben, neue Genres, neue Persönlichkeiten sind hinzugekommen. Heute ist prinzipiell alles vorstellbar, was machbar ist. Mit einer fast immer gültigen Ausnahme: Es stehen schweißtriefende, mit viel Energie ausgestattete (langhaarige) Männer mit tief hängenden E-Gitarren und E-Bässen auf der Bühne, deren Musik eine Botschaft hat und eine Dynamik, die Mark und Bein erschüttern.

Heute gibt es z.B. Satanic Rock, was der Herr Ozzy Osbourne früher nur anzudeuten vermochte und es mit drogenbeeinflusstem Doomrock/-metal durchsetzte. Auch Folk- und Paganrock sowie -metal waren vor 15 Jahren nur zu erahnen. Bands wie Amon Amarth ziehen die Fans heute massenweise an. Melodic Death Metal, ausnahmsweise eine 90er-Jahre-Erfindung, war in den 80ern nicht im Ansatz vorhanden. Ebenso wenig war an eine Fusion von HipHop und harten Gitarrenklängen zu denken, was sich in Nu Metal (Slipknot, Limp Bizkit, Korn, Linkin Park) und letztlich in Metalcore (Parkway Drive, Heaven Shall Burn, Caliban) manifestierte. Post Rock (z.B. "Explosions in the Sky") ist hingegen so neu nicht - doch die Weiterentwicklungen von Ambient über Post Metal bis hin zu Dream Pop und Gothic Rock würden progressive Rocker von damals die Schuhe ausziehen. Das sind nur kleine Ausschnitte - der Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Metal und Rock sind keineswegs so starr, wie oft angenommen wird.

Wichtige Hardrock-Klassiker

Es gibt Alben, die über alles erhaben sind und als ewige Klassiker gelten. Viele der im Folgenden genannten Alben sind auch heute noch wichtige Einflüsse für Musiker vieler Stilrichtungen und sind oftmals in weiten Teilen der Allgemeinbevölkerung bekannt. Sie lassen bei vielen Musikliebhabern Erinnerungen aufleben, geben aber auch ein Bild der damaligen Welt wieder, was durchaus anregt, sich mit dieser Zeit zu beschäftigen.

AC/DC - Back in Black

AC/DC waren schon 1980 eine der bekanntesten und damals wildesten Rockbands. Just in diesem Jahr starb der charismatische und energiegeladene Frontmann Bon Scott, standesgemäß an einer Alkoholvergiftung (nach offiziellen Verlautbarungen zumindest). Den Durchbruch der Band, den sie mit "Highway to Hell" ein Jahr zuvor geschafft hatten, bekam er noch mit. "Back in Black" war das sechste Album und von den Fans sehnsüchtig, wie wohl nie mehr eine Platte, herbeigesehnt. Denn für diese LP wurde ein neuer Sänger verpflichtet - Brian Johnson. Auch wenn es heute noch Streitigkeiten gibt, wer denn der bessere Sänger ist, so konnte Johnson schon mit seinen ersten Worten auf dem ersten Song überzeugen. Nachdem Kirchenglocken eine wahnsinnige Spannung aufbauen und ein geniales Riff dazukommt, beginnt er sofort, seine Shouts mit einer unglaublichen Stimmgewalt abzusondern. Nicht umsonst ist diese Platte das weltweit am drittmeisten verkaufte Album. Wer gerade einen Energieschub benötigt, kommt an "Back in Black" nicht vorbei.

Motörhead - No Sleep 'til Hammersmith

Auch für Motörhead - die Band mit dem kultigen Umlaut im Bandnamen und dem wohl widerstandsfähigsten Bandleader der Musikgeschichte (Lemmy Kilmister ist seit Jahrzehnten schwerer Alkoholiker) - waren die frühen 80er-Jahre die Zeit des größten kommerziellen Erfolgs. Dieses Live-Album brachte der Band eine Goldene Schallplatte in Großbritannien ein, was bis heute nicht mehr wiederholt werden konnte. Die Scheibe vereint Klassiker wie "Ace of Spades", "No Class", "Bomber" und den obligatorischen Selbstbeweihräucherungssong "Motörhead". Ob diese Gruppe als Hardrock- oder schon Metalband eingestuft werden sollte, ist strittig, aber unerheblich. Fakt ist: Mit ihrer Mischung aus Punkrock, Blues Rock und Rock'n'Roll sowie einer selbstbewussten, beinah unfehlbaren Rockattitüde und anstachelnden Texten waren und sind sie Vorbilder für Generationen von Rockmusikern.

Kiss - Destroyer

Was heute eher etwas "soft" und "poppig" klingt, war zum Release des Studioalbums "Destroyer" im Jahr 1976 der Schreck aller Eltern. Kiss waren ein Symbol für Rebellion, Aggression und Sex. Mit dieser Scheibe hat Kiss auf externe Songwriter zurückgegriffen und eines ihrer progressivsten Alben erschaffen. Wichtige Songs darauf sind z.B. "God of Thunder", "Detroit Rock City" und "Shout it out Loud".

Led Zeppelin - Physical Graffiti

1975 brachten Led Zeppelin ein Meisterwerk auf den Markt. Nicht umsonst ist die Band auch heute noch ein Synonym für handwerklich gut gemachten und progressiven Rock und konnte über 300 Millionen Platten verkaufen. "Physical Graffiti" wird von vielen Fans als der musikalische Höhepunkt der Band betrachtet. Deutliche Blueseinflüsse sind heraushörbar, sowie auch die Wirkung verschiedener Drogen auf Bandmitglieder ihre Spuren in der Musik hinterlassen hat. Insbesondere auf der zweiten Scheibe - es handelt sich um eine Doppel-LP - wird viel experimentiert, während sich auf Scheibe Nummer 1 Klassiker befinden, deren Riffs und Licks wohl schon zehntausende Mal geklaut bzw. übernommen wurden.

Deep Purple - Perfect Strangers

Deep Purple sind ein Phänomen - in einem Moment glänzen sie mit eingängigem, düsterem und hartem Rock und im anderen Moment sind sie progressiv, fast schon poppig und haben kein Problem damit, einem Millionenpublikum Songs mit Überlänge zu präsentieren. Im Laufe ihrer Karriere haben sich die Erfinder von "Smoke on the Water" immer wieder verändert, neue Einflüsse aufgenommen, Wiederholungen vermieden. Die Briten sind auch bekannt für Rockballaden erster Güte. Wer eine echte Rockband ist, sucht natürlich auch die Konfrontation mit jeglichen Konventionen. So handelt der erste Song auf dem Album namens "Knocking at your Backdoor" auch gleich mal von Analsex. Es geht weiter mit harten, aber auch gefühlvollen Songs, die immer wieder mal mit einem überraschenden Gitarrensolo aufwarten. Den Mittelteil von "Perfect Strangers" hat man schon gehört, auch wenn man noch nie Deep Purple gehört hat - auch Riffs dieser Band wurden immer wieder gerne von anderen Gruppen übernommen.

Def Leppard - Hysteria

Sieben Singleauskopplungen, über 20 Millionen verkaufte Einheiten und ein unglaublicher Bekanntheitsgrad sprechen für sich - dieses Album aus dem Jahr 1987 ist ein Knaller der Def-Leppard-Diskographie. Fast jeder Song darauf ist noch heute ein Hit und nicht nur Radiomoderatoren bekannt. Eines der Geheimnisse der Platte ist die hochwertige Produktion, die zwar die rocktypische Räudigkeit vermissen lässt, dafür aber die Songs in Rockkreisen noch zeitgemäß erscheinen lässt. Songs wie "Rocket", "Animal" oder "Love Bites" sind stadion- sowie wohnzimmerkompatibel und laden zum Tanz mit der Freundin und gleichzeitig auch zum Haareschütteln ein. Dieses Album muss man kennen.

Queen - A Night at the Opera

"We are the champions", "We will rock you", "Bohemian Rhapsody", "Bicycle Race", "Killer Queen", "Who wants to live forever" oder "Radio Ga Ga" - diese von Queen veröffentlichten Songs sind jedem Kind bekannt. Die Megaseller-Band besitzt auch heute noch Kultstatus und verkauft 20 Jahre nach dem Tod des Frontmanns Freddy Mercury immer noch mehr Platten als manch eine Newcomer-Gruppe. "A Night at the Opera" verbindet hartem Rock mit Avantgarde-Elementen, progressive Parts mit Eingängigkeit, Pop mit Musical, Klassik, Rock, Blues, Swing und Folk. Wahnsinn, dass jedes Mitglied der damaligen Besetzung eine absolut kraftvolle und dennoch süßliche Stimme hat und diese auch einsetzt. Queen hat die Welt verändert. Queen ist mächtig. Queen ist Energie.

Guns´N´Roses - Appetite for Destruction
Der Name des Albums sagt schon viel aus. Guns N' Roses aus Los Angeles verkörperten wie kaum eine andere Band die Scheißegal-Mentalität, eine nihilistische und hedonistische Grundeinstellung, die als Vorlage für die mediale Schelte auf Rock und Metal dienen sollte. Guns N'Roses handelten sich mit ihren Drogen-, Sex- und Gewalteskapaden damals u.a. Einreiseverbote für Goßbritannien und Japan ein. Ihr Glam-Rock ("Hair Metal") auf dem Debutalbum "Appetite for Destruction" kann als kraftvoll und vorwärtsgehend beschrieben werden. Gitarrensoli zeigen die musikalischen Fähigkeiten auf, die Stimme von Axl Rose kann räudig und "clean gescreamt" hohe Stimmlagen erreichen und die Drums kommen auf den Punkt und treiben die Songs voran. Die Produktion ist nicht klinisch, aber hochwertig genug, um das Album 28 Millionen Mal zu verkaufen. Wer sich im Hardrock auskennen will, muss dieses Album kennen.


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